Die Turbanblume

Durch ihre besondere Blütenform, die an einen kleinen Turban erinnert die einst von vornehmen Osmanen getragen wurden, erhielt sie ihren Namen. Die Worte tülbend, im türkischen und dulband im persischen bezeichnen die ehemals getragene Kopfbedeckung und ähneln der heutigen Bezeichnung Tulipa (lat.) – uns bekannt als Tulpe.

Aus Wildblumen, die von den Osmanen nach Konstantinopel – dem heutigen Istanbul – gebracht wurden, entwickelten sich kostbare Gartenblüten die den Palastgarten des Sultan Süleyman II prachtvoll schmückten.                                     „Palast der Tulpen und der Tränen“ wurde der Palast Serail des Sultans genannt. Überall waren sie wieder zu finden. Auf dem Stoff seiner Gewänder, als Ornamente auf den Wandfließen sowie auf den kostbaren Vasen. Selbst sein Herrscherwappen, wurde von Tulpen geziert.

Auch das wohlhabende Volk in der Türkei verzierten ihre Gärten mit Tulpen. Die türkische Gartenkultur war zu dieser Zeit schon weit entwickelt. So feierte man prachtvolle Tulpenfeste, bei denen man seine in Beete angelegten Tulpen, den geladenen Gästen stolz präsentierte. Auch der Sultan feierte zum Frühlingsmond ein Fest, an diesem 500.000 Tulpen geblüht haben sollen. Man könnte es als Tulpenwahn bezeichnen, der sich in dieser Zeit abspielte. Die Blüten waren so begehrt, dass man horrende Preise dafür zahlen musste um auch nur eine Zwiebel zu ergattern.

Um 1520, wurden in der Türkei neue Tulpenarten gezüchtet. Diese zu einer kostbaren und nur für die Wohlhabende und Adeligen zugängliche Handelsware wurde. Das einfache Volk, das sich keine Tulpen leisten konnten, fand unterdessen an Ölgemälde der geliebten Tulpe ihre Freude. Noch heute ist die Tulpe, die Nationalblume der Türkei und ziert deren Logo und steht symbolisch für Leben und Fruchtbarkeit.

Mit der Zeit fand die kostbare Zwiebel ihren Weg nach Europa bis hin zu den Niederlanden. Dort entstand ein richtiger Geschäftsrausch und Tulpenbörsen, deren Geschichte als Tulpomanie im 17. Jahrhundert bekannt ist. Der Wert einer Tulpenzwiebel wurde um 1637 mit dem eines Wohnhauses in Amsterdam gleichgesetzt. Als das Angebot größer wurde als die Nachfrage, brach der gesamte Markt zusammen. Plötzlich wurde aus der unbezahlbaren Blüte, eine für Jedermann erschwingliche Tulpe. Gegenwärtig, zählt die Niederlande zu den führenden Tulpenzüchter und beliefert die ganz Welt.

Nach wie vor ist die Tulpe, eine der beliebtesten Frühlingsboten unserer Zeit und schmückt den Großteil der Gärten im Frühjahr. Mit ihren inzwischen verschiedenen Blütenformen, ob gefüllt oder einfach – gefranste Blütenblätter oder die klassische Blütenform. Ob einfarbig, zweifarbig oder Multi Color. Durch die vielfältige Auswahl der Züchtungen ist für jeden Tulpenliebhaber eine Blüte dabei und lässt keine Wünsche offen.

Aus zwei einzelnen wird ein gemeinsames Herz…

„Die Vernunft sucht.

Aber das Herz findet.“

  „Die Geisha“

Mein Herz ich will dich fragen:

Was ist denn Liebe, sag?

„Zwei Seelen und ein Gedanke,

zwei Herzen und ein Schlag!“…

Und sprich, wie redet Liebe?

„Sie redet nicht, sie liebt! „

Friedrich Halm